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Wärmstens empfohlen, berührend und wichtig: Der Dokumentarfilm „Die Rote Linie“ gegen den „Heimatfresser“ RWE ist ein Zeitdokument

Buir, 06.06.2019. Seit 2015 begleitet die Regisseurin Karin de Miguel den wachsenden Widerstand gegen die Braunkohleförderung und –verstromung im Rheinischen Revier. Nach zwei Dokumentationen für den WDR mit dem Titel „Klimaschützer gegen Stromriesen – Vom Widerstand im Rheinischen Revier“ und „Lasst die Kohle in der Erde – Rote Linien für das Klima“ hat ihr Dokumentarfilm am 12.05. auf dem Dok.Fest München Weltpremiere gefeiert und ist seit dem 23.05.2019 in deutschen Kinos zu sehen.

Karin de Miguel hat uns mit ihren engagierten Kameramännern Frank Kranstedt und Gerardo Milsztein in den letzten Jahren sehr intensiv begleitet. Ihr Film ist ein Zeitdokument über eine der wichtigsten und intensivsten Phasen in den Auseinandersetzungen um den Kohleausstieg. Nachdem bereits seit den 70er Jahren viele engagierte Bürgerinitiativen und Umweltverbände immer wieder vor den Folgen und Risiken der Braunkohleverstromung gewarnt hatten, aber nur wenig Gehör fanden, entwickelte sich durch neu hinzugekommene Akteure und die Klimakrise eine neue Dynamik. Durch die Bürgerinitiative Buirer für Buir (2007), die Waldbesetzung (2012) im Hambacher Wald, die Waldspaziergänge (2014) von Michael Zobel und Eva Töller und Aktivitäten weiterer kohlekritischer Gruppierungen wie beispielsweise ausgeCO2hlt und Ende Gelände, sowie Bündnisse wie die „Initiative Friedensplan“, aber auch viele aktive Einzelpersonen, wuchs im Rheinland eine neue Protestkultur heran. Insbesondere die Rote Linie als bildwirksame und niedrigschwellige Protestaktion, die am symbolhaften Ort Hambacher Wald mehrfach gezogen wurde, nutzten viele Bürger*innen als Möglichkeit, ihren Unmut über das Festhalten an der Braunkohle und die verfehlte Deutsche Klimapolitik auszudrücken.

Der Film zeigt, wie in solidarischer Vielfalt eine neue Protestbewegung organisch zusammen wuchs; Menschen und Gruppen, die sich für Klimagerechtigkeit in den Kohle-Revieren, aber auch weltweit einsetzen: für einen ambitionierten Klimaschutz, den Erhalt des Hambacher Waldes und der Dörfer in den Braunkohlerevieren, die durch den Braunkohletagebau auch im Jahr 2019 immer noch zerstört werden sollen.

Mich persönlich hat insbesondere die Geschichte von Lars Zimmer, dessen Heimatdorf Immerath durch Braunkohle zerstört wurde, berührt. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie sehr Umsiedlungen das Leben von Menschen belasten können. Daher ist es geradezu eine Pflicht, insbesondere in Zeiten des beschlossenen Kohleausstiegs in Deutschland Solidarität mit den betroffenen  Anwohner*innen zu zeigen und den „Heimatfressern“, wie Lars Zimmer sie nennt, weiterhin die Rote Linie aufzuzeigen.

https://www.thurnfilm.de/die-rote-linie

https://www.facebook.com/FilmDieRoteLinie

Link zum Teaser: https://www.facebook.com/FilmDieRoteLinie/videos/1488455791288749/

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