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“Alle Dörfer bleiben”: Manuskript meiner gemeinsamen Rede mit Elisabeth Hoffmann-Heinen beim Sternmarsch

Rede von Elisabeth Hoffmann-Heinen und Antje Grothus auf der Kundgebung beim Sternmarsch der Initiative „Alle Dörfer Bleiben“ am 23.03.2019 in Keyenberg

Widerstand und Engagement von früher trifft auf Widerstand und Engagement heute – Vom Tagebau Garzweiler betroffene Anwohnerin trifft auf vom Tagebau Hambach betroffene Anwohnerin

Elisabeth: Ich bin Elisabeth Hoffmann-Heinen, habe 45 Jahre in Wanlo gewohnt und war Lehrerin am Berufskolleg in Grevenbroich .
Anfang der 1980er Jahre bin ich in den Widerstand gegen damals Rheinbraun gegangen, weil mein Heimatdorf Wanlo zusammen mit zahlreichen anderen Dörfern im Tagebaugebiet Garzweiler II durch den Bergbautreibenden plattgemacht werden sollte.
Ich wurde Vorsitzende der Dorfinteressengemeinschaft Wanlo und Mitglied der Vereinten Initiativen gegen Garzweiler II. Wir haben gemeinsam für die Menschen, für den Erhalt unserer Heimat gekämpft. Fast 10 Jahre war ich dafür viele Abende und nahezu jedes Wochenende unterwegs. Ich wusste, dass wir Betroffenen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen mussten, denn Politiker agierten wie Fähnchen im Wind, und Städte und Kommunen waren – und sind es noch heute – Aktionäre bei RWE und da ist der Profit wichtiger als der Schutz der betroffenen Menschen und ihrer Heimat.
So wurde ich eine erbitterte Kämpferin gegen Rheinbraun und RWE und ihre Machenschaften. Ich bin es noch heute und bin stolz darauf.
Ich habe das Gefühl, dass gerade im Augenblick den politisch Verantwortlichen mehr und mehr der gesunde Menschenverstand abhanden zu kommen droht. Menschenvertreibung und Klimaverseuchung ohne Notwendigkeit – wie will man das mit gesundem Menschenverstand erklären?
Haben die Verantwortlichen von RWE einen solchen je besessen?

Antje: Fast 40 Jahre später: nix dazugelernt auf Seiten von RWE und der mit dem Kohlekonzern eng verbundenen Kommunen und Regierungen. Warum auch? Das System NRWE funktioniert immer noch! In vorauseilendem Gehorsam gegenüber RWE lässt die NRW-Landesregierung vollkommen unnötig und überflüssig den Hambacher Wald räumen, gefährdet Menschenleben und setzt Menschen auf allen Seiten traumatischen Erfahrungen aus. Und traut sich auch noch, nach Bekanntwerden der Gerichtsentscheidung und des Rodungsstopps bekannt zu geben:
„Die Landesregierung hat stets auf den Vorbehalt der Gerichtsentscheidung zur Rodung verwiesen …“
Und was ist nun mit dem Vorbehalt des Kohleausstieges? Weder in Hambach noch hier am Tagebau Garzweiler handelt die Landesregierung vorausschauend, deeskalierend und gestaltend. Wir beobachten durchgängig dieses menschen- und naturverachtende Verhalten, diese Ungerechtigkeiten im Umgang mit betroffenen Menschen, seien es Bergbaugeschädigte, seien es Tagebaurandbetroffene, seien es Landwirte und Gewerbetreibende, seien es Umsiedler, die umsiedeln möchten, seien es solche, die in ihrem alten Dorf bleiben möchten, oder solche, denen keine adäquaten Umsiedlungsalternativen angeboten werden können.
Diese Ungerechtigkeiten lassen auch mir keine Ruhe mehr, und auch ich bin oft Tag und Nacht für unsere gemeinsame Sache unterwegs: seit fast 13 Jahren aktiv als Hambachfrau, habe die Initiative Buirer für Buir mitbegründet, habe mich organisiert und vernetzt.
Die Verflechtung des Energiekonzerns mit den Kommunen, mit Politiker*innen – all die Ungerechtigkeiten und die Ungleichbehandlung waren Auslöser, die zu meinem Engagement geführt haben. Deshalb bin auch ich unterwegs im Einsatz für den Erhalt unserer Lebensqualität, die massiv gefährdet ist; hier und weltweit.

Elisabeth und Antje: Deshalb wollen wir, dass ALLE DÖRFER BLEIBEN!
UND: wir wollen, dass alle DÖRFER LEBENSWERT BLEIBEN!

Elisabeth: Wir haben schon damals erlebt, mit welchen Mitteln Rheinbraun und RWE arbeiten. Schon Jahre bevor der Tagebau Garzweiler II genehmigt war, versetzte Rheinbraun die Menschen hier in Angst und Schrecken. Ihre Lebensqualität verschlechterte sich und durch das aggressive Auftreten des Bergbautreibenden entstand ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit.

  • So wurden in den Dörfern Verkaufsbüros von Rheinbraun errichtet.
  • So wurde die Bevölkerung gespalten in solche Bürger, die schnell verkaufen wollten, weil sie mit überzogenen Kaufangeboten von Rheinbraun gefügig gemacht wurden und in solche, die diesen Verlockungen widerstanden und bereit waren zu kämpfen.
  • So vergab Rheinbraun gezielt zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze an Dorfbewohner in der betroffenen Region.
  • So finanzierte Rheinbraun Schützenfeste und Vereinsveranstaltungen, um sie zu unterwandern.
  • So verschickte Rheinbraun Bürgerbriefe und Broschüren, in denen die Vertreibung und Rekultivierung verherrlicht wurden.
  • So unterwanderte und störte Rheinbraun 1989 auch die von den Vereinten Initiativen mit großen persönlichen Mühen und mit großer Leidenschaft durchgeführte Großveranstaltung „Verheizte Heimat“. Das Unternehmen schickte dafür zahlreiche Busse mit Rheinbraun-Mitarbeitern, die dafür eine Feierschicht erhielten. Von ihrem Arbeitgeber brachten sie den Slogan mit: „Umsiedeln ist schön, jeder sollte es in seinem Leben einmal mitgemacht haben.“

Antje: So war es damals, und so ist es immer noch!
Hinzugekommen sind vom Kohlekonzern und vereinzelten Gewerkschaftsgruppierungen unterstütze Hetze in den sozialen Netzwerken, die so zu asozialen Netzwerken degenerieren. Verbale Brandstiftung, die zur realen Brandstiftung wird, wenn bei uns in Buir das als Bündnismobil von der Mahnwache genutzte Feuerwehrauto der Brandstiftung zum Opfer fällt, wenn Hetzplakate im Dorf auftauchen, wir Drohanrufe erhalten und wenn im Rahmen einer IGBCE-Mahnwache, anknüpfend an Elisabeths Stichwort Feierschicht oder Freischicht, Gewerkschafter Demos vor Privathäusern anzetteln, wohlwollend begleitet von der Polizei.
Wenn RWE sagt: „Umsiedeln ist schön, jeder sollte es in seinem Leben einmal mitgemacht haben“
Dann entgegnen wir dem:
Fridays For Future, Fackelketten, Rote Linien gegen Kohle, Demos für das Klima, Waldspaziergänge, Sternmärsche … das, liebe klimabewegte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, das, sollte jeder in seinem Leben einmal mitgemacht und unterstützt haben.
Oder noch besser: das, sollte jeder in seinem Leben mehrfach mitgemacht und unterstützt haben.
Denn: zivilgesellschaftliches Engagement und solidarisches Miteinander: Das lohnt sich! Das sollte jeder in seinem Leben mitmachen!
Über 100.000 Menschen, die Einsatzkräfte der Polizei im Übrigen nicht mitgezählt, waren allein im Zeitraum zwischen September und November letzten Jahres rund um den Hambacher Wald unterwegs. Noch heute kommen mir vor Rührung und Dankbarkeit die Tränen, wenn ich daran zurückdenke. All diesen Menschen, euch, ist es zu verdanken, dass im Bericht der Kohlekommission der Erhalt des Waldes als wünschenswert bezeichnet wird. Und im Übrigen nicht nur bis 2020, wie Herr Laschet mit RWE verhandelt hat, sondern dauerhaft. Und da frage ich mich: warum hat Armin Laschet mit RWE nicht über den Erhalt der Dörfer gesprochen? Er hatte doch im November in Kuckum versprochen sich um die Anliegen der Anwohner*innen zu kümmern.
Und wann endlich löst die Landesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein. Dort steht: „Wir wollen die Rechte der Bergbaubetroffenen schützen!

Elisabeth: Damit nicht genug – so hatte Rheinbraun schon im Vorfeld den jungen Fachanwalt, den unsere Initiative für unseren Kampf gewinnen konnte, – nennen wir es einmal – „abgeworben“. Na wie wohl…?!?
So versuchte einer der Bergbaudirektoren, dem unsere Veranstaltung anscheinend imponierte, mir eine Stelle in der PR-Abteilung des Unternehmens anzubieten.
Ich bin ehrlich – nur meine gute Erziehung hat mich damals davon abgehalten, ihm eine Ohrfeige zu verpassen.
Sie sehen, wir kennen unseren Gegner und seine Machenschaften; sie haben sich bis heute noch verfeinert.
Ich frage mich also: Wer hat die Vorgänge im Hambacher Forst provoziert ,und wieso echauffiert RWE sich eigentlich über das, was dort geschieht?
Uns hat der Widerstand in Hambach erst recht motiviert; seit Hambi haben wir wieder Mut zu kämpfen und mit uns tausende Menschen und jeden Tag werden es mehr. Wir lassen uns nicht spalten.

Antje und Elisabeth: ALLE DÖRFER BLEIBEN und HAMBI BLEIBT!!!

Elisabeth: Doch mit dem Freibrief, den RWE bisher hatte, damit, liebe Mitkämpfer und Unterstützer und natürlich auch RWE-Agenten, die sicherlich heute unter uns weilen, muss jetzt Schluss sein – endgültig.
Ich rufe RWE ins Gedächtnis:
Sie hatten mehr als 40 Jahren Zeit, Alternativen zur Energiegewinnung zu entwickeln und damit Arbeitsplätze umzustrukturieren und zu erhalten.
Ich habe Verständnis für die Gefühlslage der RWE-Mitarbeiter, aber sie sollten heute nicht gegen uns arbeiten, sondern gegen ihren eigenen Arbeitgeber protestieren, der durch seine verantwortungslose Energiepolitik der letzten Jahrzehnte jetzt ihre Arbeitsplätze gefährdet.
Aber RWE hat diese Zeit vergeudet, hat die Chance vertan, weil die Devise lautete: „Augen zu und durch.“ Natürlich wusste RWE, dass die politisch Verantwortlichen – egal welcher Couleur – stets die veralteten, klimaverseuchenden Strategien abnicken würden. Und sie tun es noch heute, unterstützt von der Judikative – welche Schande!
Der Schöpfer wird Ihnen, RWE-Vorständen, Politikern und Rechtssprechern, Ihre unverantwortlichen Entscheidungen nicht vergeben, denn Sie wissen heute ganz genau, was Sie tun!

Antje: Apropos unverantwortliche Entscheidungen: Mit den Empfehlungen der Kohlekommission, mit der vereinbarten Reduzierung von 3,1 GW hier im Rheinischen Revier, ist es möglich den Hambacher Wald und die Dörfer zu erhalten. Die Tagebaue müssen massiv verkleinert werden, denn auch nach 2022 wird es weitere Kraftwerksabschaltungen geben. Die Dörfer, um deren Erhalt es hier geht, liegen allesamt am Rande der zu verkleinernden Abbaugebiete und können erhalten bleiben.
Nun liegt es an der schwarz-gelben Regierung hier gestaltend aktiv zu werden. Unser Ministerpräsident Armin Laschet war im November letzten Jahres hier, er hat sich angehört, welches Leid die Umsiedlung für Dorfbewohner bedeuten kann und dass sozialverträgliche Umsiedlung in vielen, ja wahrscheinlich sogar den meisten, Fällen gar nicht möglich sind.
Deshalb, liebe Landesregierung von NRW, kommen sie dem Auftrag der Kohlekommission nach: den Dialog mit Betroffenen aufnehmen um soziale und wirtschaftliche Härten zu vermeiden, kann nur eines heißen: Umsiedlungsstopp für alle, die nicht umsiedeln wollen oder können.
Die rot-grüne Landesregierung hat es Ihnen mit der Leitentscheidung 2016 vorgemacht und den Ort Holzweiler gerettet. Jetzt ist es an Ihnen im Zuge des Kohlekompromisses unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten und eine Entscheidung zu fällen, die die Bezeichnung historisch wirklich verdient: Retten sie die Dörfer Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich und Berverath, sowie Manheim und Morschenich.
Machen sie diese Dörfer zu Dörfern der Zukunft und erweisen so auch den über 40.000 Menschen, die allein in NRW in den vergangenen Jahrzehnten gezwungen wurden für Braunkohle ihr Zuhause und ihre Heimat aufzugeben, nachträglich die Ehre und Achtung, die sie verdient haben. Sie wurden gezwungen, für die Kohleverstromung große Opfer zu bringen.

Elisabeth und Antje: Wir sagen hier und heute klar und deutlich:
ALLE DÖRFER BLEIBEN, HAMBI BLEIBT

Elisabeth: Kein weiterer Abriss von Dörfern, Häusern, Kirchen und Wäldern, keine Vertreibung mehr von Menschen, keine Zerstörung von gewachsenem Lebensraum, keine Verseuchung des Klimas.

Antje: Apropos Kirchen: Es ist höchste Zeit, dass die katholische Kirche sich schützend vor die betroffenen Anwohner*innen stellt. Immer größer wird die Zahl der Menschen, die entsetzt reagieren, wenn sie begreifen, in welchem Ausmaß der Braunkohle-Abbau mitten in NRW die Umwelt, die Kultur und das Herz der Heimat bedroht und zerstört – und welche Rolle die Bistümer Aachen und Köln und die betroffenen Pfarreien dabei spielen. Die Kirche besitzt Grundstücke, Gebäude und Kirchen. Wahrscheinlich würde auf der neuen Grundlage, dass nicht mehr die Kohleverstromung, sondern der Klimaschutz dem Allgemeinwohl dient, keine Enteignung durch RWE und das Bergamt mehr möglich sein. Daher: verkaufen Sie Ihren Kirchen-Besitz nicht, lassen Sie es auf Enteignungen ankommen, handeln Sie im Lichte der Enzyklika „Laudato si“ des Papstes und schweigen Sie nicht länger zum Thema Braunkohle um den Kohlekonzern RWE zu schützen.
Wir haben dazu die Unterschriftenaktion „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ initiiert. Unterzeichnet mit, die Listen liegen an den Info Tischen, und unterstützt uns, indem ihr in euren Gemeinden weitere Unterschriften sammelt. Infos dazu und die Listen zum download findet ihr auf der Internet Seite: verheizte-heimat.de
In diesem Sinne: Danke für all eure Solidarität und Unterstützung, die nicht heute Abend nach dem Sternmarsch endet.
Heute Abend, wenn ihr alle wieder weg seid, auf dem Heimweg, dann sind die Menschen hier in den Dörfern wieder – mehr oder weniger – allein. Ausgesetzt dem Druck und Psychoterror von RWE. Sicherlich konnten wir Mut und Kraft tanken, die positive Energie, die von euch ausging, öffentlichen Druck ausüben, aber was bleibt?
Ich bitte euch: Lasst nicht nach in eurer Solidarität, unterstützt die „Initiative Alle Dörfer Bleiben“, lasst Spenden hier, wenn ihr könnt, damit die Kosten des heutigen Stern-Marsches gedeckt werden können und die Menschen auch Unterstützung bekommen sich auf rechtlichen Wegen zur Wehr zu setzen: gegen das Unrecht, das hier passiert.
Und, ganz wichtig: Kommt wieder her und erzählt Freunden, Familie, Arbeitskolleg*innen, was Kohleförderung und ungebremste Konzernmacht hier anrichtet. Werdet und bleibt aktiv und wachsam!

Elisabeth: Noch etwas ist mir wichtig: Wir hatten vor 40 Jahren nur wenig Unterstützung; es gab kein Internet, keine sozialen Medien, kein globales Interesse und vor allem nicht eine so kompromisslose, aufgeklärte und mutige Jugend. Diese jungen Menschen, deren Symbol die 16jährige Greta Thunberg aus Schweden geworden ist, lassen sich mit ihren Forderungen nicht mehr abwimmeln, nicht für dumm verkaufen. Sie sind auch nicht käuflich. Und ihr Aufschrei ist auch kein pubertäres Geplänkel, das vergeht – wie es ein Politiker letztens im WDR prophezeite. Sie haben auch keine Angst vor einem Politiker Christian Lindner, der sie mit unglaublicher Ignoranz und Arroganz als Schulschwänzer abwertete. Der Versuch, sie klein zu reden, ist längst gescheitert.
Sie haben gemerkt, dass die abgestumpften politischen Profis es nicht schaffen und auch nicht schaffen wollen. Deshalb nehmen sie selbst das Heft in die Hand, um die Klimakatastrophe noch zu verhindern.
Natürlich kämpft die junge Generation mit Mitteln, die speziell RWE suspekt sind. Diese Mittel werden mitunter kritisiert, aber eine andere Sprache versteht RWE anscheinend nicht.
Ich nenne diesen Kampf notwendigen zivilen Ungehorsam gegen den Wahnsinn Nr. 1 des 21. Jahrhunderts: Vertreibung von Menschen, Verseuchung des Klimas durch die Braunkohle, für deren Abbau es keine Notwendigkeit mehr gibt.

Elisabeth und Antje: Deshalb sagen wir: ALLE DÖRFER BLEIBEN und HAMBI BLEIBT!!!

Elisabeth: Wir danken aufrichtig für die Unterstützung, die wir heute erhalten haben, und hoffen von ganzem Herzen, dass finanzielle Mittel nicht weiter eingesetzt werden zur Manipulation von Menschen, sondern zur Durchsetzung einer Energiepolitik, die die gewachsenen Lebensräume von Menschen und Natur respektiert, schützt und damit erhält.
Jeder muss begreifen, dass dörfliche Strukturen mit dem hemmungslosen Abriss von Häusern und Kirchen, mit der Vertreibung von Menschen und der Vernichtung jeglicher Erinnerung ein für alle Mal ausgelöscht sind und in den neuen seelenlosen Siedlungen auch nicht wieder aufleben, auch nicht durch finanzielle Entschädigungen.
Gewachsene Dorfstrukturen, Nachbarschaftsbeziehungen, Freundschaften, gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen, dörfliche Sicherheit und Geborgenheit lassen sich nicht wieder zum Leben erwecken.
Einen alten Baum verpflanzt man nicht – das gilt für Menschen und für Bäume.

Elisabeth und Antje: Deshalb: Wald und alle Dörfer bleiben!

Antje: In vorderster Betroffenheit steht Keyenberg, hier am Rande der riesigen Wunde, die RWE in die Erde geschlagen hat, am Rande des Tagebaus Garzweiler

Elisabeth und Antje: Deshalb sagen wir nochmals:
Keyenberg bleibt, Keyenberg bleibt, Keyenberg bleibt!

Elisabeth:
Kuckum bleibt!
Berverath bleibt!
Unterwestrich bleibt!
Oberwestrich bleibt!
Lützerath bleibt!

Antje:
Manheim bleibt!
Morschenich bleibt!,
Obertitz bleibt!
Proschim bleibt!,
Pödelwitz bleibt!
Keyenberg, Keyenberg, Keyenberg … bleibt, bleibt, bleibt!!!
Hambi bleibt!

DANKE!

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